Dienstag, 23. April 2013

Gastblogging - heute: das JPMBB mit Jule

Und weiter gehts mit den Trageerfahrungen. Heute: das je porte mon bébé mit Jule

"Schon bevor ich das Tuch in der Hand hatte, habe ich von verschiedenen Leuten gehört, dass sie mit diesem elastischen Tragetuch sehr gut klar kommen und es den Kindern im Tuch auch gut gefällt. Für mein zweites Kind hatte ich mir vorgenommen, ein Tragetuch zu holen, welches für das Baby wahrscheinlich angenehmer ist in den ersten Monaten, als eine Tragehilfe. Die passt ja auch manchmal einfach nicht direkt vom Start weg.
Die Internet-Seite von JPMBB mit den Bindevideos fand ich auch schon sehr interessant - auch wenn ich kaum Französisch spreche.

Als ich dann das "je porte mon bébé" endlich zu Hause hatte  - dank Arlette inklusive eines Probetuchs - , stand ich erst einmal etwas verloren vor den 5,70m elastischem Tuch. Die ersten Bindeversuche mit der Buchanleitung waren schwierig, bzw. haben schlecht geklappt. Nachdem ich mir dann aber die Videos (auf deutsch) bei Youtube angeschaut habe, und dabei entsprechend mitgebunden, ging es nach mehrmaligem Üben schnell besser, ebenso dank einiger Tipps von Arlette via diverser Fotos und E-Mail. Und mein Sohn fühlte sich trotz einer ungeübten Mama schnell sehr wohl im Tuch.

Mittlerweile ist mein Sohn drei Monate alt und liebt das Tuch. Und ich auch! Das Binden dauert gar nicht mehr lange, und er kann schnell hineingesetzt werden. Besonders beliebt, wenn er unruhig ist, oder wenn ich Sachen machen muss, für die ich zwei Hände benötige. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, und keinen Kinderwagen dabei habe, dann binde ich das Tuch schon vorher zu Hause. Nach der Autofahrt wird mein Sohn noch im Auto ins Tragetuch gesteckt, Jacke drüber und schon kann es losgehen. Ideal also auch bei niedrigen Temperaturen! Und garantiert friert er darin nicht. Demnächst fahren wir ein paar Tage in den Urlaub und es kommt kein Kinderwagen mit, weil sonst nicht alles ins Auto passt. Aber ich weiß jetzt schon, dass wir den Kinderwagen nicht vermissen werden, weil wir ja das JPMBB dabei haben. Und damit kann man wunderbar ausgedehnte Spaziergänge machen!


Mein Fazit:
Ich würde immer wieder ein Tragetuch, und speziell ein JPMBB nehmen. Wenn man die Bindetechnik raus hat, dann ist es einfach ideal, man hat beide Hände frei und kann damit z.B. immernoch mit dem älteren Geschwisterkind etwas machen. Und das Kind fühlt sich im JPMBB sehr wohl und kann dort auch zur Ruhe kommen, weil es von der Umwelt abgeschirmt und geschützt ist."

Donnerstag, 11. April 2013

Das JPMBB und ich

Das JPMBB, oder auch liebevoll der Franzosenstretch und ich, wir haben eine innige Beziehung. Ohne dieses Tuch wäre das mit dem Tragen im Tuch und mir wohl nichts geworden, auch nicht bei Kind 2. 



 DAS ist meine aktuelle Lieblingsfarbe *hach*

Bei Kind 1 hatte ich keine Ahnung von gar nichts und habe nur durch Zufall einen Bondolino von einer Freundin übernommen. Meine Tochter hat das Ding geliebt und ich habe sie getragen, bis ich mit dem zweiten Kind schwanger wurde. Schon da war klar: Das will ich wieder, das mit dem Tragen - aber diesmal von Anfang an.
Dass für Neugeborene ein Tragetuch das Mittel der Wahl ist, wusste ich auch schon. Nur:
Ein klassisch gewebtes Tuch kam irgendwie nicht in Frage. Das hatte zugegebenermaßen auch sehr eitle Gründe. Beim Kinderwagen wird auch immer großer Wert drauf gelegt, dass er nicht nur praktisch ist, sondern auch gefällt, also warum soll ich bei einem Tuch, das ja direkt an mir dran ist, Abstriche machen? Ich fand die Tücher, die ich kannte, alle nicht passend für mich. Ich mag keine klassischen Inkastreifen oder afrikanischen Muster oder Batiken an mir. Es gibt Frauen, zu denen passt das; ich sehe damit einfach nur verkleidet aus. Dass es viel mehr gibt als das, wusste ich ganz einfach nicht. Außerdem war mir die Erinnerung an meinen ersten Versuch mit einem gewebten Tuch, das mir eine Hebamme in der Elternschule mit den Worten „Probier das mal“ in die Hand drückte, in nachhaltig schlechter Erinnerung geblieben. Ich kam null klar, auch nicht mit der Bindeanleitung, ich sah aus wie eine Mumie im Anfängerwickelkurs und hatte nicht den leisesten Schimmer, wohin nun mit dem Baby und wo ich wie hätte festziehen und nachstraffen müssen. Tuchidiotin, ganz klar.

Trotzdem, im Frühsommer 2011 war mir sehr klar, ich will ein Tuch. Ich will das anders haben.
Und dann hat mir eine Freundin DAS Tuch empfohlen. Das „Je porte mon bébé“ aus Frankreich. Dehnbar, schlicht, stylish und preislich absolut in Ordnung. In wunderschönen Farbkombinationen. Ich war hin und weg und hatte ohnehin noch einen Wunsch anlässlich der Geburt frei. Im Herbst war es dann da, und ich hab mich direkt beim Auspacken verliebt. Der Stoff war weich, trotzdem fest, kein bisschen labberig, Das Tuch war hinreichend schwer und fasste sich richtig gut an. Genau meine Welt. Von Trageberatung hatte ich zu dem Zeitpunkt allerdings immer noch nichts gehört, sonst hätte ich in jedem Fall eine gemacht. Glücklicherweise hat der Hersteller wirklich tolle Videoanleitungen auf seiner Homepage, sodass ich etwa nach dem zwanzigsten Mal ansehen auch kapiert hatte, wie das geht. Anfangs habe ich mit dem Stoffelch meiner Tochter geübt, und dann war er da, der große Tag: Tuch vorbinden und Baby hineinsetzen. Ich war hypernervös und innerlich auf Gebrüll und Protest gefasst. Den gab es auch, aber nur, bis ich den Knoten nachjustiert und die Stoffbahnen aufgefächert hatte. 
Wilhelma im März 2012 - 7 Monate und so neugierig


Ungefähr fünf Minuten später schlief das Kind. Für Stunden. Und ich hatte nix – keine Verspannungen, keine Rückenschmerzen, keine Narbenschmerzen am Bauch, keine Angst, dass mir der Winzling da rausrutscht oder erstickt oder ich irgendwas einklemme oder abschnüre. Es war schlicht perfekt, und das blieb bis zum Ende unserer Tragezeit auch so. Ich weiß nicht, wie oft ich das Tuch gewaschen habe, ohne dass es sich irgendwie verändert hätte. Mein Baby hat monatelang quasi in diesem Tuch gewohnt, und ich musste lediglich ein- oder zweimal pro Tag nachbinden. In nachhaltiger Erinnerung blieb mir (und, wie ich mir habe sagen lassen, auch meinen BegleiterInnen) ein Tagesausflug in der Stuttgarter Wilhelma, während dem ich die Kleine etwa sechs oder sieben Mal aus dem Tuch gehoben und wieder in das Tuch gesetzt habe, ohne mich auch nur einmal zu verheddern. Auch das Stillen unterwegs geht mit dem „Je porte mon bébé“ sehr einfach und diskret. Ich habe das JPMBB als echte Alternative zum gewebten Tuch und bei uns auch als Kinderwagenersatz erlebt, und mir tut bis heute nur leid, dass ich mich nie getraut habe, damit auch auf dem Rücken zu tragen. Da ich inzwischen auch zwei Fortbildungen zur Trageberaterin gemacht habe und aktuell mein drittes Kind erwarte, bin ich zuversichtlich, dass ich diese Erfahrung auch noch machen werde.