Donnerstag, 31. Oktober 2013

Zurück aus der Sommerpause - Gastblogging mit lilofee von "verstrickt und zugenäht"

Lange war es still hier. Aber so ist das, wenn das Leben im Sommer hauptsächlich draußen stattfindet, und die Familie zum Ende des Sommers größer wird. Jetzt ist die verlängerte Sommerpause allerdings vorbei, und nun wird in loser Folge hier wieder vom Tragen in allen möglichen Varianten, und allem, was sonst noch dazu gehört, erzählt.
Den Anfang macht heute lilofee von "verstrickt und zugenäht", die als 3fach Mama inzwischen einiges an Trageerfahrung vorweisen kann. Los geht's:

 "Bevor im Dezember 2008 mein erster Sohn geboren wurde, habe ich mir einen neuen Kinderwagen und ein Tragetuch gekauft. Den Kinderwagen, weil man für ein Baby ja wohl einen Kinderwagen braucht (so dachte ich), das Tragetuch auf Anraten der Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs. Es wurde ein gebrauchtes Hoppediz.
Als unser Sohn dann da war, habe ich das Tragetuch bald schätzen gelernt, da er starke Blähungen hatte und ich gemerkt habe, dass es ihm viel besser ging, sobald ich ihn in das Tuch gepackt hatte.
Ich kam mit dem Tuch gut zurecht, ließ mir in der Hebammenschule auch noch ein paar interessante Bindeweisen zeigen und trug meinen Sohn häufig. In der Stadt fand ich das praktisch und auch abends war er so manchmal dabei und schlief da auch recht gut.
Negativ fand ich, dass man immer erneut binden musste, sobald man das Kind einmal herausgenommen hatte. Vor allem unterwegs oft richtig blöd, weil man sich ja immer erst einen Fleck suche musste, an dem die Tuchenden auch Bodenkontakt haben durften. 


 
Als unser Sohn ca. 4 Monate alt war, sah ich bei einer Bekannten zum ersten Mal eine Manduca und war gleich sehr begeistert. Ich ließ mir die Adresse der Verkäuferin geben, lieh mir dort für eine Woche eine Manduca und einen ErgoCarrier aus und fand heraus, dass die Manduca für mich besser passte. Die Manduca hat den großen Vorteil, dass sie extrem einfach anzulegen ist, man nichts im Dreck hängen hat und dass die Schultern durch den Hüftgurt entlastet werden.
Nachteilig ist, dass das Baby nicht ganz so kuschelig angeschmiegt ist, wie im Tuch. Trotzdem hat mein Sohn darin immer auch sehr gerne und gut geschlafen.
Als mein erster Sohn 10 Monate alt war, wurde ich wieder schwanger und schon bald fand ich das Tragen vor dem Bauch nicht mehr angenehm. In der Manduca konnte ich aber noch sehr lange auf dem Rücken tragen. Ich fand es auch nie problematisch, das Kind alleine auf den Rücken zu kriegen. Manduca um, Kind auf den Wickeltisch setzten, Kind ran ziehen, nach vorne beugen, Manduca hochklappen, fertig.






Mein zweiter Sohn wurde im Juni geboren und es war extrem heiß, also habe ich mir ein Sommertragetuch gekauft. Dieses habe ich allerdings nach drei Mal benutzen sofort wieder verkauft – ich war überhaupt nicht begeistert, denn es ist anders gewebt als die normalen Tücher und somit so gut wie gar nicht elastisch. Bereits nach einer Stunde saß es total locker.
Mein zweiter Sohn musste außerdem aufgrund einer unreifen Hüfte eine Tübinger Schiene tragen und mit dieser fand ich das Tragen im Tuch generell nicht so angenehm. Also habe ich ihn von Anfang an in der Manduca getragen und für ihn und mich hat das perfekt gepasst. Meinen zweiten Sohn habe ich die ersten zehn Monate so gut wie ausschließlich getragen und es hat mir den Alltag wesentlich erleichtert, da ich immer die Hände für meinen Großen frei hatte, der ja mit 18 Monaten noch gar nicht so groß war.
Schöner Nebeneffekt war, dass die Hüfte des Kleinen bereits nach 6 Wochen perfekt ausgereift und der behandelnde Arzt sehr begeistert war und meinte, dass das viele Tragen einen sehr positiven Effekt gehabt hatte. 


 
Nun habe ich im Februar diesen Jahres eine Tochter bekommen und mir war von Anfang an klar, dieses Kind wird getragen. Letztes Jahr habe ich dann das JePorteMonBébé zum ersten Mal gesehen und es hat mir sehr gut gefallen, da es zwar ein elastisches Tuch ist, aber nicht so labberig, wie ich es von anderen elastischen Tüchern her kenne. Das Schöne an diesem Tuch ist, dass man es nicht jedes Mal nachbinden muss – absolut praktisch, wenn man unterwegs ist. Ich habe mir also schon vor der Geburt so ein Tuch gekauft. Auch wenn das letztlich Nebensache ist, finde ich obendrein die Designs bei diesem Tuch einfach wunderschön.
Der erste Trageversuch war dann eine Offenbarung! So einfach, so perfekt, so kuschelig, so angenehm… meine Tochter hat es sofort geliebt, ich ebenso. Es ist sehr bald ein zweites Tuch bei uns eingezogen, denn man muss das eine ja auch mal waschen.
Meine Tochter habe ich in den ersten Monaten rund um die Uhr getragen und ich hatte keine Rückenbeschwerden und fand es einfach nur toll. Den Kinderwagen hat meine Tochter bis heute genau 5 Minuten von innen gesehen. Das schreiende Häufchen Elend habe ich sofort wieder aus seiner misslichen Lage befreit und bis heute keinen weiteren Versuch mehr gestartet – das ist hier einfach nicht nötig.
An unsere Grenzen sind wir dann im Hochsommer gestoßen – bei schwülheißen 34°C war es im Tuch dann selbst mit Nackedei-Baby schlicht und einfach zu heiß und für diese Zeit sind wir wieder auf die Manduca umgestiegen. Da sie nicht ganz so eng anliegt, hat man da einfach mehr Luft. 
 



Mittlerweile wechsle ich ab, wenn es morgens ganz fix gehen muss, wenn wir den Großen zum Kindergarten bringen, dann schnalle ich schnell die Manduca um, wenn wir einen Spaziergang machen und ich möchte, dass die junge Dame gemütlich schlafen kann, dann kommt das Tuch zum Einsatz.

Auf dem Rücken trage ich nach wie vor gerne in der Manduca, sogar große Kinder kann man damit auf einem Ausflug mal ein Stückchen tragen, wenn die großen, aber ja doch noch so kleinen Füße nicht mehr tragen wollen. Auf dem Foto war mein Großer 3,5 und wog ca. 15 kg und ich konnte ihn in bergigem Gelände ohne Beschwerden 1,5 h tragen.



Mein Fazit: Das JPMBB ist für mich das bequemste Tragetuch aller Zeiten und gerade für die ersten Monate mit Baby ein Traum. Mein Hoppediz ist – obwohl auch nicht schlecht - schon längst der Schneiderschere zum Opfer gefallen, denn mit dem JPMBB konnte es einfach nicht mithalten. Der Kuschelfaktor ist ganz hoch, es ist supereinfach, ich würde sagen, es passt sicher mit jeder Figur, das Baby ist ganz nah…. So muss es für mich sein.
Für die späteren Monate ist für mich aber trotzdem auch eine gute Tragehilfe eine wichtige Alternative zum Tuch und so läuft es hier mit JPMBB und Manduca einfach perfekt.

Mein Mann ist übrigens mit den Tüchern nie so richtig warm geworden. Mit der Manduca hat er dagegen auch oft getragen.

Ich wohne übrigens in einer Stadt, in der man so gut wie keine Tragemama sieht und ich werde oft verwundert angeschaut und es meinte sogar eine Dame im Bus kürzlich mal zu mir, dass es ja bedauerlich sei, dass ich mir keinen Kinderwagen leisten könne…. ;). Ich finde das wirklich schade, denn ich denke, egal für welche Tragemethode man sich entscheidet und egal, ob man auch einen Kinderwagen haben möchte – das Tragen ist einfach eine so wundervolle Erfahrung. Man ist seinem Kind so nahe, so eins… es ist so wunderschön, ein kleines müdes Köpfchen auf die Mutterbrust sinken zu fühlen, einen kleinen Körper, der langsam weich und schwer wird, noch ein Stückchen näher, gleichmäßiges leises Babyatmen, ganz nah, ganz zufrieden, ganz sicher, völlig vertraut…. Dieses Gefühl sollte jede Mama erleben dürfen. Dieses Gefühl möchte ich gerne mein Leben lang konservieren. Diese Momente sind das größte Geschenk, das es gibt".




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